(Karl Hopf) zwinkerte (Flora) zu. "Das Geheimnis des Geheimnisses ist, daß die Lösung in ihm selbst verborgen liegt. Du mußt bloß nach der richtigen Farbe suchen."

 

(...) Welche Farbe denn?

 

Karl Hopf kramte in einer Tasche seines Reitjacketts und hielt ihr seine Faust hin.

 

"Was hast du da drin?"

 

Er öffnete die Hand.

 

"Ein Edelstein!" rief Flora.

 

Hopf sah Victoria an. "Ein Bergkristall aus Ostindien."

 

Flora betrachtete den wasserklaren, facettiert geschliffenen Stein. "Aber der hat doch gar keine Farbe!"

 

"Du mußt sie ihm erst geben." Hopf winkte sie zum Kamin und hielt den Stein vor das Feuer. "Und der Name wird ein Zeichen,/Tief ist der Kristall durchdrungen:/Aug´ in Auge sieht dergleichen/Wundersame Spiegelungen."

 

"Den Spruch hast du aber geklaut, Karl."

 

Er grinste. "Sieh an, Fräulein Flora kennt Goethe. Ganz scheint die Schlacht also nicht verloren."

 

(Die Farbe von Kristall, S. 244/245)

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