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Leseprobe ...
"Klaus?" drang es durch die Tür. "Bist du da?" Er zog die Kette aus der Verriegelung und schloß auf. "Mein Gott!" sagte Dagmar. "Warum meldest du dich nicht?" Sein Blick glitt über ihr rotes Sommerkleid. "Habe ich gerade, oder? Siehst hübsch aus." "Ich wollte dir zum Geburtstag gratulieren", sagte sie verlegen. "Bist du allein?" Klaus bemühte sich um ein Grinsen. "Ich feiere im intimsten Kreise. Sozusagen. Leider ist gerade das Bier ausgegangen." "Entschuldigung. Ich will nicht weiter stören. Ich dachte nur ..." Sie drückte ihm eine Flasche Sekt in die Hand. "Ich bringe euch ein bißchen Nachschub vorbei. Damit ihr schon mal auf deine Beförderung anstoßen könnt." "Nett von dir. Danke." "Na ja, ich muß dann mal los. Feiert noch schön." "Sicher." Die Wand wackelte, die Dielen wurden weich. Klaus hielt sich am Türrahmen fest. Dagmar nahm ihm die Flasche ab. "Du solltest dich besser hinsetzen." Mit Mühe gelang es ihr, ihn ins Wohnzimmer zu bugsieren. Auf dem Couchtisch standen ein halbes Dutzend leere Bierflaschen und ein überquellender Aschenbecher. Klaus ließ sich schwerfällig auf das Sofa fallen. "Ich glaube, ich bin heute kein guter Gastgeber." Ausdruckslos sah er zu, wie Dagmar die Flaschen einsammelte, den Ascher leerte und das Fenster öffnete. Der Straßenlärm drang bis zum dritten Stock herauf. Die Luft tat gut. "Du solltest öfter mal so ein Kleid anziehen." "Klar! Demnächst komme ich in Stöckelschuhen zum Dienst." "Warum kann ich dir kein Kompliment machen, ohne daß du es gleich als Beleidigung auffaßt?" "Du bist betrunken." Er lächelte. "Stimmt." "Das findest du wohl noch lustig, was?" "Wir fahren seit Monaten zusammen Streife, und ich weiß fast nichts von dir." "Ich komme aus Kassel, wohne in Frankfurt und habe einen festen Freund. Reicht das?" "Ist er auch bei der Polizei?" "Nein." Er berührte ihr Haar. "Weiß er, wo du jetzt bist?" "Klaus, bitte laß das, ja?" "Aber warum denn? Ich finde, du hast ..." Sie stieß seine Hände weg. "Hör auf!"
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