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Schreibende Kriminalkommissarin
(shmagazin, Schleswig-Holstein, 1.10.02)
Für gewöhnlich verfassen Ordnungshüter allenfalls Polizeiberichte. Die lesen sich nicht unbedingt spannend. Ganz im Gegensatz zu dem, was Nikola Hahn zu Papier bringt. Die Offenbacher Kriminalhauptkommissarin schreibt "schon länger, als ich bei der Polizei bin". Diese Übung sowie ein Fernstudium der Belletristik, Lyrik und Sachliteratur kombiniert mit Phantasie und knallharter Recherche sind die Säulen ihres Erfolgs, den sie 1998 mit "Die Detektivin" begründete. Jetzt ist ihr drittes Buch, "Die Farbe von Kristall" erschienen. Henning Mankell liest die 38-Jährige "unheimlich gerne", auch die ersten drei Bände von Minette Walters haben ihr gefallen. Was sie gar nicht mag, sind typische "Who´s-done-it"-Krimis. Gesellschaftliche und familiäre Hintergründe, historische Details faszinieren sie hingegen. Und so gab die Lektüre des "Medicus" den Anstoß zum ersten Buch, das im Frankfurt des Jahres 1882 spielt. Das neue Werk von Nikola Hahn ist 22 Jahre später in der Mainmetropole angesiedelt. Es ist keine Fortsetzung der "Detektivin", aber es beschreibt die weitere Entwicklung der Kriminalistik. Die Grundidee liefert dieses Mal ein authentischer Fall. Im Hauptberuf zuständig für Kapitaldelikte, Sachgebiet Raub und Erpressungen, kennt sich Nikola Hahn mit der Materie aus. Im neuen Fall begegnen die Leser der jungen Polizeiassistentin Laura Rothe. Sie hat als Vorbild Henriette Arendt, die sich ähnlich Anfang des 20. Jahrhunderts als Fürsorgedame um verwahrloste Kinder und Jugendliche kümmerte. Doch als Frauenroman will Nikola Hahn ihre Bücher keinesfalls verstanden wissen. Sind sie auch nicht. Sondern spannende Unterhaltung. Sabine Bock
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