Richard schaute sich in dem spärlich möblierten Raum um, aber bis auf ein paar Photographien auf dem Kaminsims gab es nichts Interessantes zu entdecken. Er betrachtete das Porträt einer jungen Frau und erinnerte sich an Victorias Bemerkung, daß Hopf seine Familie verloren hatte. Ob das seine Frau war? Das Photo eines Säuglings ließ jedenfalls vermuten, daß sie ein Kind gehabt hatte. War sie am Fieber gestorben? Richard schluckte. Die Ehefrau im Kindbett zu verlieren, war das Schlimmste, das er sich vorstellen konnte.

 

Leise verließ er das Zimmer. Die Gelegenheit war günstig, sich ein bißchen umzusehen. (...) Durch eine Verbindungstür gelangte er ins nächste Zimmer. Er wußte nicht, was er erwartet hatte, aber sicher kein romantisch  verspieltes Damenschlafzimmer. (...) Die Bilder an den Wänden ließen keinen Zweifel daran, wem dieses Zimmer gehört hatte. (...) Auf einem Hocker lag ein Unterrock, wie Richard ihn in Hopfs Bett gefunden hatte. (...) War Hopf so einsam, daß er Trost in den Kleidungsstücken einer Toten suchte? Aber warum war das Laken blutig?

(Die Farbe von Kristall, S. 172/173)

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