|
"Zilly arbeitete in der Laterna Magica, das Grandhotel unter den Frankfurter Bordellen", sagte Martin Heynel, als sie auf dem Rückweg ins Polizeipräsidium waren. "Die Kundschaft ist entsprechend betucht und legt Wert auf einwandfreie Umgangsformen und stilvolles Ambiente. Die Dirnen sprechen sich untereinander mit Fräulein an und tragen ihre gepuderten Näschen ziemlich hoch." Als sie ihn fragend ansah, lächelte er. (...) "Ich würde Ihnen gern unser Dienstgebäude zeigen. Oder haben Sie genug von mir?"
"Ganz und gar nicht." Laura ärgerte sich, als sie seinen selbstgefälligen Gesichtsausdruck sah. Wie ein Jäger, der seine Beute in der Schlinge glaubte.
Er zwinkerte ihr zu. "Was schauen Sie so verdrießlich, Polizeiassistentin? Das Wetter ist trübe genug."
Laura zuckte mit den Schultern. Sie wußte einfach nicht, was sie von ihm halten sollte. (...) Den halben Vormittag führte er sie durch das Präsidialgebäude, (...) zeigte ihr, wo die Arbeitszimmer des Polizeipräsidenten und seines Stellvertreters lagen. (...) Und so erfuhr sie nicht nur, wie sie auf dem kürzesten Wege zum Erkennungsdienst kam, sondern auch, daß es sich bei dem durch einen Gang mit dem Präsidium verbundenen Gebäude an der Klapperfeldstraße um die Dienstwohnung des Polizeipräsidenten handelte, in der es drei Wohnzimmer und fünf Schlafzimmer gab.
(Die Farbe von Kristall, S. 96/97)
... zurück
|
|
|
|