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Das Spiel der Posaunen verklang. Die Sonne spiegelte sich in den Instrumenten, eine Amsel sang. Lichtensteins Witwe sah zerbrechlich aus, starr waren die Mienen ihrer Kinder. Anton Schick weinte. Die Trauergemeinde formte sich zu einer Schlange der Kondolenz. Händeschütteln, Flüstern, Nicken; Fassungslosigkeit, die um Worte rang. Stumm drückte Victoria Lichtensteins Frau die Hand. Hinter ihrem schwarzen Schleier sah sie Tränen. Ihr Hals war wie zugeschnürt, als sie zum Ausgang ging. "Ich fahre nicht mit", sagte sie zu ihrem Vater, der mit David am Wagen wartete.
"Was soll das heißen?" fragte Rudolf Könitz.
"Daß ich eine Droschke nehme und später komme." (...)
Bevor Rudolf Könitz etwas erwidern konnte, drehte sich Victoria um und ging. Durch einen Seiteneingang kehrte sie auf den Friedhof zurück. Schattenmuster kahler Bäume kreuzten ihren Weg, am Fuß der efeubewachsenen Mauer glänzte der letzte Tau. (...) Sie war lange nicht hiergewesen.
(Die Farbe von Kristall, S. 274/275)
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