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ag
mal, hast du ’nen Frosch verschluckt?“ Lachend klopft die rundliche Eva
ihrer schweigsamen Kollegin auf die Schulter.
„Entschuldige,
war nicht böse gemeint – tschüß, schönes Wochenende!“ Eva hat es plötzlich
eilig. „Pah“,
sagt Petra und denkt an die zweieinhalb öden Tage, die vor ihr liegen. Ihr
Blick geht zum fünften Stock des Bürogebäudes hinauf. Dort haben Eva und sie
vor einigen Minuten noch Akten sortiert. In den Fensterreihen spiegelt sich die
Sonne. Achselzuckend wendet Petra sich ab und schlendert in Richtung Straßenbahnhaltestelle.
Menschen eilen an ihr vorbei, und die vierspurige Citystraße ist hoffnungslos
verstopft. Bremsen quietschen, ein wütendes Hupkonzert folgt. Ich habe Zeit,
herrlich viel Zeit, sagt Petra zu sich selbst und spürt, wie die Angst sie überfällt,
Angst vor der Stille in ihrer Wohnung und dem Anblick der halbleeren
Kaffeetasse, die noch vom Morgen auf dem Tisch steht. „Bloß jetzt nicht nach
Hause!“
Ein
älterer Mann mit einer abgegriffenen Arbeitstasche in der Hand sieht sie
fragend an, und sie merkt, dass sie laut gesprochen hat. Sie errötet und ist
froh, als die Straßenbahn kommt. Sie fährt bis zur Endhaltestelle mit. An
einem Kiosk kauft sie eine Zeitschrift und geht in den nahen Stadtpark. Unter
einer Kastanie sitzt ein Liebespärchen im Gras. Unzählige Sonnenhungrige bevölkern
die Liegewiese am Entenweiher. Petra geht auf eine Bank zu, die etwas abseits
des Weges steht. Eine Gruppe schwatzender Radfahrer kommt ihr entgegen: ein
Mann, eine Frau, zwei Kinder, im Schlepptau ein struppiger Hund. Familienleben
– hatte sie sich das nicht auch einmal gewünscht?
„Hör
endlich auf, dich selbst zu bemitleiden! Du bist nicht die einzige, die mit
einem verkorksten Liebesabenteuer fertig werden muss!“
Petra
hatte Eva diese Worte übelgenommen; trotzdem muss sie immer wieder daran
denken. Inzwischen hat sie die Bank erreicht. Sie setzt sich und blättert
lustlos in der Illustrierten. Mode und Rezepte der Saison. Reisetipps.
Bekanntschaften. Ob sie
versuchen sollte, auf diesem Weg ...?
„Mit
neununddreißig bist du zu jung, um für den Rest deines Lebens zu versauern.“
Auch das hatte Eva gesagt.
Petra
studiert Anzeige um Anzeige. Irgendwie sind alle gleich. Dann stutzt sie.
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elbstverständlich
hat sie es eilig, nach Hause zu kommen, und genauso selbstverständlich brummt
ein schwerer Laster vor ihr her, den sie wegen des Gegenverkehrs nicht überholen
kann. Sie fühlt Ungeduld, Nervosität: Jeden Abend das Gleiche! Und einkaufen muss sie auch noch.
© Nikola Hahn
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