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Rechtzeitig zur Buchmesse ...
(Polizeireport Nr. 97, Dezember 02 - Auszug - )
... veröffentlichte die Schriftstellerin Nikola Hahn, im Hauptberuf Kriminalhauptkommissarin im Offenbacher Polizeipräsidium, ihren dritten Roman. Wie schon bei der "Detektivin" handelt es sich um einen Kriminalfall, der sich im alten Frankfurt abspielt. Vor der historischen Kulisse Alt-Frankfurts schildert (die Autorin) mit Akribie die Arbeit der Kriminalpolizei um die Jahrhundertwende, die von einem Paradigmenwandel in der Kriminalistik begleitet ist. Neue Identifizierungsverfahren, forensische Wissenschaften, Gerichtsmedizin, Fotografie und moderne Nachrichtenmittel spielen von nun an in der Verbrechensbekämpfung eine dominierende Rolle. (...) Durch die Polizeiassistentin Laura Rothe, die zur Heldin in diesem Roman avanciert, erfährt die spannende Geschichte eine deutliche Belebung. Es ist die Zeit, in der es Frauen erstmals möglich ist, in den Polizeidienst einzutreten. Gegen alle Vorbehalte muss sich die Polizeiassistentin in einem von Männern beherrschten Beruf durchsetzen und spielt bei der Aufklärung des Verbrechens eine Schlüsselrolle. (...)
Die Spannung in diesem Roman lebt vor allem von zahlreichen Nebenhandlungen, die einen plastischen Eindruck von den sozialen Widersprüchen dieser Zeit vermitteln. Auf der einen Seite der glänzende Reichtum einer gehobenen Bürgerschicht, auf der anderen Seite die erschreckende Armut im Frankfurter Altstadtmilieu. (...) Auch der Kinderhandel, ein schreckliches Phänomen um die Jahrhundertwende, hat in diesen schlimmen sozialen Verhältnissen seinen Ursprung. Lebendig schildert die Autorin das Treiben in den Frankfurter Salons, bei dem berühmte Frankfurter Gestalten wie Oberbürgermeister Franz Adickes und die renommierten Ärzte Prof. Alois Alzheimer und Paul Ehrlich wieder zum Leben erweckt werden. (...)
Der Roman besticht vor allem durch seine klare verständliche Sprache. (...) Neben dem literarischen Teil leistet Nikola Hahn durch den angefügten Exkurs über die Polizeiarbeit um die Jahrhundertwende und diverse Bildveröffentlichungen einen wertvollen Beitrag zur Frankfurter Polizei- und Stadtgeschichte. Der Titel "Die Farbe von Kristall" ist auf die vielfältigen Handlungen zugeschnitten. Wie bei einem Kristall, der bei Lichtbrechungen unterschiedliche Färbungen annimmt, wechseln auch verschiedene Sachverhalte ihre Couleur und halten die Spannung auf dem Höhepunkt. Diese Reflexionen sind es, aus denen dieser spannende Krimi seinen Atem schöpft.
Kurt Kraus
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