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Der Fall Lichtenstein

Nikola Hahn stellt historischen Krimi vor

(Wormser Zeitung, 21.11.02, - Auszug - )

 

Gibt es etwas Schlimmeres, als wenn man bei einem Krimi den Mörder schon vorher gesagt bekommt? Die Autorin Nikola Hahn schaffte es bei ihrer Lesung in der Buchhandlung Gondrom, den Täter zu verraten - es ist übrigens nicht der Gärtner - , ohne damit dem Publikum die Spannung zu nehmen. 

(...) Der Fall Lichtenstein, bei dem ein Frankfurter Klavierhändler umgebracht wurde, hat sich (...) tatsächlich zugetragen. (...) Jedem Kapitel hat die Autorin Meldungen aus der Frankfurter Zeitung vorangestellt. Mehrere Jahrgänge der Zeitung hat Nikola Hahn gelesen, die hauptberuflich Kommissarin in Offenbach ist und als solche natürlich sorgfältiges Recherchieren gewöhnt ist. (...) So erklärte die 39-jährige Autorin unter anderem, dass Frauen für Berufe im öffentlichen Dienst lange im strikten Zölibat leben mussten und im Polizeidienst früher (...) Polizeimatronen (...) genannt wurden. 

Im dritten Roman nach "Die Detektivin" und "Die Wassermühle" ist Hahn also um eine realistische Rekonstruktion der Tat bemüht. Dass sie sich auch mit der damaligen Zeit allgemein sehr intensiv auseinandergesetzt hat, fiel im Laufe ihrer Lesung immer mehr auf. Sie flicht altes Vokabular ein und lässt Durchschnittsfrankfurter historisch-geographische "Insiderwissen" ausplaudern. Die vorgelesenen Ausschnitte aus dem dicken Buch waren geschickt gewählt. Der Fall selbst wurde nur so weit gestreift, dass das Interesse bei den potenziellen Leseratten geweckt war. Und aus denen wurden anschließend Autogrammjäger. 

ps.

 

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