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Ich denke mich in meine Figuren hinein ...

... ich lebe mit ihnen" - Im Rahmen des Projekts "Frauen vielseitig" las die Hauptkommissarin Nikola Hahn

(Lauterbacher Anzeiger, 30.10.02, - Auszug - )

 

Nasses Kopfsteinpflaster, auf dem die Lichter der Straßenlampen sich spiegelten und in viele helle Flecken verrissen wurden, gelbe Blätter, platt und fest geklebt auf dem rutschigen Untergrund: Dunkler stürmischer Herbst in Lauterbach, der an diesem Abend die wahrhaftige Szenerie für einen Krimi bot. In diesem Fall für "Die Farbe von Kristall), spannend vorgetragen von der Autorin Nikola Hahn. (...) 

Gebannt verfolgte das Publikum die Geschichte (...) Akribisch recherchierte die Autorin über Monate. Nicht nur durch Keller voller Aktenberge und durch Hunderte alter Zeitungen kämpfte sie sich, bevor sie zu schreiben begann. Immer wieder flocht die sympathische und natürlich wirkende junge Frau ein, in welcher Weise sie bei ihren Nachforschungen vorging. Mitreißende Beschreibungen, die sie in einen spannenden Wechsel zur Lesung setzte. Ihr übrigens für die schummrige Atmosphäre tat die Turmglocke der Lauterbacher Stadtkirche. Sie schlug in dem Moment, als Nikola Hahn begann, ihre Zuhörer mitzunehmen in eine andere Zeit, in eine andere Welt. 

Sie las vor: Über die vier düsteren Räume, in denen sich der schwache Lampenschein auf dem polierten Holz der Klaviere widerspiegelt. Die Türglocke geht, und es ist nicht der erwartete italienische Pianist, der dort draußen steht. Zwei andere Gestalten, die kompromisslos scheinen (...). Schon im nächsten Moment befand sich der Zuhörer auf der Wache einer Polizeistation im Jahre 1904. Einrichtung des Büros, damaliger Umgangston (...), die Mode, die alten rumpeligen Straßen und Gebäude - alles zu erleben mitten in Frankfurt. (...)

Genau überlegt waren die innerhalb der Lesung veröffentlichten Textpassagen und Personen. (...) Bahnbrechendes erfährt man aus dem Bereich der Kriminalistik, erstmals gelang es, Tierblut von Menschenblut zu unterscheiden. (...) Weder in ihrem Schreibstil, noch beim Lesen des Romans wurde es auch nur einen Moment langweilig: "Ich denke mich in meine Figuren hinein, ich lebe mit ihnen!" Etwas, was zu spüren war in dem voll besetzten Raum des Gärtnerhauses. 

mp.

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