
Jenseits
des Weges
Leicht
lassen sich
Die
Flügel
Der
Vögel stutzen
Keine
Anstrengung
Einen
Wurm
Zu
zertreten
Ein
Schuß
Und
der
Tiger
ist tot.
Jahrhunderte
Gewachsenes
Holz
Zermalmt
zersägt
Minutenarbeit.
Wenn
die
Maschinen
stehen
Durchdringen
Dornen
Das
rostige Gedärm
Darin
verborgen
Ein
Vogelnest.
Krone
Am Anfang
Machte
Gott der Herr
Himmel Erde
Und
Sein Ebenbild
Und
Sein
Ebenbild
Machte
Nicht
viel her
Ozonloch
Atomkrieg
Am Ende.
Regen
Mein
Herz
klopfte
Wenn
ich Dich
Sah
hörte spürte
Wenn
Du sagtest:
Ich
liebe Dich.
Jetzt
klopft
Regen an mein Fenster
Gläserne
Perlen
Ein
Rinnsal
Verlorenes
Glück.
Im
Moor
Aufsteigender
Abendnebel
An
Altwasserauen
Wabert
wie weiche Wellen
Milchig
ins Schilf.
Schatten
summen seufzen
Sanft
im seichten Sumpf.
Unken
rufen unter
Ulmen
Düstre
Dämonen
Durchqueren
die Dämmerung.
Inseln
irisierender Lichter
Irren
im Dickicht
Unheimlicher
Unruhe.
Fahl
fällt Mondlicht
Durch
diffuses Dunkel
Beleuchtet
blassen Boden
Zerfließt
zwischen
Schemenhaften
Silhouetten
Aus
Nacht und Nebel.
Immer
für mich da
Dein
Leben bestand
aus
Gartenarbeit und
Wäschewaschen,
aus
Kaffeekochen, Einkaufstaschen,
Bügeln,
Nähen, Stricken,
Häkeln,
Stopfen, Sticken.
Deine
Berufe waren
Krankenschwester
und
Chauffeur,
Putzfrau
und Friseur,
Schneiderin, Finanzbuchhalter,
Seelenarzt
für jedes Alter.
Deine
Freizeit verging
im
Winter auf der Rodelbahn
mit
Schneeballschlacht und Schlittschuhfahr'n.
Im
Sommer bautest Du ein Zelt,
gabst
für Wassereis mir etwas Geld.
Du
warst Experte
im
Puppenankleiden und
Hasenstallbau,
als
Spielzeugreparateur in unser'm Bretterverhau,
im
Zuhör'n, Schimpfen und
Hinternversohlen:
Da
hatte ich Nachbars
Äpfel gestohlen.
An
Weihnachten
backtest
Du Plätzchen und Kuchen,
an
Ostern halfst Du uns, Eier
zu suchen.
Mengenlehre
und anderen Kram
lerntest
Du, als ich zur Schule kam.
Du
halfst mir,
Liebeskummer
zu verdauen,
Tränenbäche,
Weltenschmerz,
gabst
mir den Rat, auf
die Zeit zu vertrauen:
Balsam
für mein gebrochenes
Herz.
Vergeblich war Dein Ringen,
mir
Kochen beizubringen.
Ordnung
muß sein!
ging
auch nicht in mein Hirn hinein.
Auf
die öden Haushaltspflichten
konnt'
ich liebend gern verzichten.
Heute
sehe ich es ein:
Kinder
können schrecklich sein.
Für
Deine Mühe mit uns Blagen
möchte
ich Dir Danke sagen.
Das
alte Schloß
Einst
grub man im Schloßhof und fand
Scherben
aus Ton und ein altes Gewand.
Befreit
von Stein und Schmutz und Sand,
reiste
Vergangenheit durchs Land.
So
wurde das alte Schloß bekannt.
Neulich
renovierte man,
schaffte
große Bagger ran:
Neuer
Putz für alte Mauern,
das
Efeukleid sah Scheren lauern.
Kürzlich
walzten laut und stampften
Motoren
durch des Waldes Ruh',
bis
teerschwarz neue Straßen dampften.
Ein
Igel schaute traurig zu.
Rosen,
Rabatten, Rasenrondell,
sie
taten sehr viel
sie
taten es schnell.
Ausflugsziel
-
So
wurde das neue Schloß genannt.
Heute
halten Hunderte,
ein
Schelm, wen das noch wunderte,
schneeweiße
Schnörkel am Mauerrest
mit
Kamera und Blitzlicht fest.
Morgen
werden sie Fotos betrachten,
erinnernd
sortieren, in Alben verfrachten.
Gekalkte
Geschichte, geweißtes Gewand,
so
kamen die Leute zum Schloß gerannt.
Fröhlich
frisierte Kalksteinfassaden,
Eiscafé
und Andenkenladen,
durch
und durch sichtig und seelebefreit,
verlorener
Zauber vergessener Zeit:
So
wurde das Schloß der Moderne geweiht.
©
Nikola Hahn
