|
Übersicht
ausgewählte Gedichte aus "BAUMGESICHT"
Fichtenwald gedrängt in Reih und Glied wie Soldaten todgeweiht
Die hölzerne Kaserne schmückt ein Schild Landschaftsschutzgebiet
Geboren in eine Welt ohne Zukunft schreien Deine Augen schreien Deine Hände schreit jedes Glied Deines gedunsenen Körpers nur der Mund bleibt stumm.
In einer Welt ohne Zukunft hat Sprache keine Worte mehr.
Alte Bäume stehen unter Schutz Stätten vergangener Kulturen gräbt man aus: betrachtet sie mit Ehrfurcht.
Alte Silberlöffel werden geputzt sind teuer und kostbar Antiquitäten: ein Vermögen wert.
Du bist alt Niemandem wert Keinem teuer.
Mit dem Silberlöffel aßt Du sonntags Deine Suppe.
Draußen vor der Stadt wo niemand seine Gedanken hat schüttelt die blankgewienerte Welt ihr Staubtuch aus: Asche der Zivilisation bedeckt den Boden.
Zu vornehm Schmutz unter den Teppich zu kehren verbrennen wir ihn: Rückstände des Fortschritts wandern rußend über graue Wege und rostige Schienen die niemand sehen will.
Die Wohnung der Ratten hat einen Stuhl mit drei Beinen vasengestorbene Blumen Schachteln und Scherben zerbrochene Teile einer angeblich heilen Welt.
Es dauert lange sagte der Lehrer bis Berge entstehen. Ausnahmen sind die Regel draußen vor der Stadt.
Bunte wilde Blätter fliegen um die Wette mit dem Wind, bleiben auf den Dächern liegen, decken alles zu geschwind.
Dunkle schwere Wolken ziehen träge über düstres Land, Mäntel unter Schirmen fliehen hastig vor der Regenwand.
Sturmböen rasen ohne Zügel ungestüm durch Wolkenhügel, Gras und Baum biegt sich und fällt. Fahle Sonne, graue Welt.
© Nikola Hahn, 1995 Nachdruck nur mit Genehmigung ___________________________ *Den Titel habe ich in meinem Roman "DIE WASSERMÜHLE" verarbeitet
Hier gibt´s noch mehr Gedichte ...
zurück zu Baumgesichtweiter zu:Kurzgeschichten -Titelgeschichte - Was nicht im Buch steht - Presse
Übersicht
|
|
|
|