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Es gibt ihn, den perfekten Mord
(Frankfurter Neue Presse, 11.10.02, - Auszug -)
Wenn´s um Mord und Totschlag geht, ist Nikola Hahn (39) Expertin durch und durch. Von Beruf ist sie Kriminalhauptkommissarin und Krimi-Autorin ist sie aus Passion. Erfolg hat sie auf beiden Gebieten und kann beide bestens miteinander vereinbaren, wie sie betont. In diesen Tagen ist für sie der Besuch der Buchmesse und die Präsenz am Stand ihres Verlages Marion von Schröder Pflicht. "Dafür nehme ich mir halt ein paar Tage Urlaub", löst die handfeste Kommissarin auch diesen Fall. Was fasziniert eine fröhliche, junge Frau an finsteren Gestalten, die anderen nach dem Leben trachten? "Es ist die Suche nach dem Täter und seinem Motiv. Dabei muss man oft verschlungene Wege gehen", antwortet Nikola Hahn ohne zu zögern. "Das ist in meinem Beruf so, und beim Schreiben der Romane ist es das Gleiche." Bei allem Schrecken spiegelten Verbrechen einen Teil der Gesellschaft wider. "Das war zu allen Zeiten so", sagt die Autorin. Und tritt auch mit ihrem dritten Buch den Beweis dafür an, dass die Frankfurter Kriminalisten vor hundert Jahren, allen voran Kommissar Richard Biddling, zwar über weniger ausgefeilte technische Hilfsmittel verfügten, dennoch Mörder und andere Missetäter zur Strecke brachten. So wird in "Die Farbe von Kristall" der Mord an einem Klavierhändler aufgeklärt, obwohl die Ermittlungen zunächst ins Stocken geraten und der gespannte Leser schon befürchtet, der Täter komme am Ende ungestraft davon. Doch die Gerechtigkeit siegt. Gibt es ihn also gar nicht, den perfekten Mord? "Natürlich gibt es ihn", sagt Nikola Hahn und spricht offenbar aus doppelter Erfahrung. "Aber von denen hört man nichts. Das sind Todesfälle, die keinerlei Verdacht erregen." Gruselige Vorstellung! Und wie geht es, das perfekte Verbrechen? Da lacht die Fachfrau für Mord und Totschlag. "Das verrate ich doch nicht. Vielleicht brauche ich das ja noch mal für einen späteren Roman." Aha, es geht also weiter mit dem Morden und mit Kommissar Biddling, der den Taten nachspürt. "Ideen für den nächsten Roman habe ich schon reichlich", sagt Nikola Hahn. Natürlich verrate sie noch nichts. Nur so viel: Ganz bestimmt spielt er wieder in Frankfurt, wahrscheinlich in den zwanziger Jahren. "Und was Biddling angeht - nun ja ..." Sie lächelt verschmitzt, macht eine vielsagende Pause. Dann eine weitere Andeutung: "Das Personal altert eben." Will sie Richard Biddling in den Ruhestand schicken, ihn gar durch Tod für immer ausfallen lassen? Kein Sterbenswörtchen ist der Krimi-Autorin jetzt noch zu entlocken. (...) enz
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