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Es war schon dunkel, als Richard zurück ins Rapunzelgäßchen kam. Er legte den anonymen Zettel auf den Tisch. (...) "Den Rest kapieren wir trotzdem nicht, oder?"
"Doch." Heiner verschwand in der Stube und kam mit einer Stadtkarte wieder. Er breitete sie auf dem Küchentisch aus und zeigte auf Bockenheim. "Kreuznacher Straße und die Firma Pokorny & Wittekind. Die Eisenbahn." Sein Finger fuhr eine Straße entlang und blieb auf einer Kreuzung stehen. "Die Bockenheimer Warte. Außer der Bockenheimer gibt es noch drei weitere Warttürme. Sie sind Teil einer alten Frankfurter Befestigungsanlage und stammen aus der Zeit, als die Stadt noch mit den Rittern in Fehde lag. Die hohen Herren stiegen nämlich des öfteren von ihren Bergen und klauten den Frankfurtern das Vieh von der Weide oder auch mal ein paar Bürger, um Lösegeld zu kassieren."
"Ich bin nicht gekommen, um mit Ihnen einen Frankfurter Historienabend abzuhalten!" sagte Richard ungeduldig. (...)
Heiner grinste. "(...) Die einstigen Wehrtürme haben zwar ihre ursprüngliche Bedeutung verloren, aber nicht jegliche Funktion. (...) Allerdings würden sich ihre mittelalterlichen Bauherren im Grabe herumdrehen, wüßten sie, was man mit ihren Türmen angestellt hat." (Die Farbe von Kristall, S. 475/476)
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