Flora setzte das Hündchen in ihren Fahrradkorb. "Du mußt brav sein, Malvida. Und stillsitzen!" Sie schob das Rad aus dem Hof, stieg auf und drapierte ihr Kleid über die Schutzvorrichtung. Dann zog sie den Handhebel und fuhr los. Die Sonne brannte, und recht bald wurde es ihr zu warm.

 

"Was meinst du, Malvida? Sollen wir einen schattigeren Weg wählen?" Das Hündchen bellte, und lachend bog Flora in ein winkliges Gäßchen ab. Zwei Jungs in geflickten Hosen riefen ihr etwas hinterher, doch sie kümmerte sich nicht darum. Irgendwann kam sie am Rathaus vorbei, aber es war nicht die Seite, die sie kannte. Sie passierte einen Bretterzaun und fand sich in einem Trümmerfeld wieder. Wo waren die Häuser? Ein Mann winkte ihr zu. Sie sah zu ihm hin, fuhr in ein Schlagloch und stürzte. Malvida sprang jaulend aus dem Korb, Flora rieb sich ihr Knie. Der Mann kam zu ihr. Er hatte ein schmutziges Gesicht und wirres Haar. Seine Kleider rochen schlecht. Sie hatte plötzlich riesige Angst.

(Die Farbe von Kristall, S. 471)

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